WooCommerce Anleitung – erstelle Deinen WordPress Shop

Onlineshop mit WooCommerce erstellen
Inhalt

Voraussetzungen für die Nutzung von WooCommerce

Um Deinen Online-Shop zu erstellen, benötigst Du im ersten Schritt

  • eine Domain
  • ein Hosting-Paket und
  • ein SSL-Zertifikat
 

Ich arbeite am liebsten mit dem WooCommerce Anleitung - erstelle Deinen WordPress ShopHosting-Anbieter Webgo*. Hier kannst Du sowohl Dein Hosting-Paket als auch Deine Domain inklusive SSL-Zertifikat erwerben. Das Zertifikat ist zum einen aufgrund der DSGVO Pflicht, zum anderen benötigst Du es, um Zahlungen über Deine Website abwickeln zu können.

Installation und Konfiguration von WooCommerce

WooCommerce findest Du unter den Plugins in WordPress. Klicke hierzu in der Menüzeile auf Plugins – Installieren. Rechts oben tippst Du nun WooCommerce in die Suchleiste. Installiere und aktiviere das Plugin für Deine Website.

WooCommerce Plugin installieren

Sobald das Plugin aktiviert wurde, öffnet sich die Konfigurationsseite für WooCommerce, die aus 6 einfachen Schritten besteht:

Schritt 1: Allgemeines

In Schritt 1 geht es um allgemeine Daten Deines Shops. Wo befindet sich Dein Geschäft, in welcher Währung akzeptierst Du Zahlungen und welche Art von Produkten planst Du zu verkaufen. Zur Auswahl stehen hier physische, digitale und sowohl physische als auch digital Produkte.

Schritt 2: Zahlungen

Bestimme welche Art von Zahlungsmethoden Du in Deinem Shop integriert haben möchtest. Während der ersten Konfiguration kannst Du stripe, Klarna, Paypal und diverse Offline-Zahlungen (Scheck, Überweisung und Nachnahme) auswählen. Eine Mehrfachauswahl ist natürlich ebenfalls möglich. Im Nachhinein hast Du auch die Möglichkeit weitere Zahlungsmethoden, wie z.B. mit Kreditkarte, hinzuzufügen, indem Du gegebenenfalls zusätzliche Plugins installierst.

Zahlungsmethoden in WooCommerce

Schritt 3: Versand

Wenn Du physische Produkte vertreibst, sind natürlich auch die Versandkosten ein wichtiger Faktor, der beachtet werden muss. Dieser wird im nächsten Schritt bestimmt. Es werden die verschiedenen Versandzonen eingerichtet. Wenn sich Dein Shop in Deutschland befindet, ist Deutschland eine Versandzone und der Rest der Welt eine andere Versandzone.

In diesem Schritt kannst Du zwischen sogenannten Flatrate-Kosten pro Versandzone und kostenlosem Versand auswählen. Wenn Du Echtzeitpreise von Transportunternehmen nutzen möchtest, dann gibt es auch hierfür zu einem späteren Zeitpunkt Erweiterungen, die dies möglich machen.

Schritt 4: Empfohlen

In Schritt 4 werden Dir einige Erweiterungen für die Nutzung von WooCommerce empfohlen. Besonders die automatisierte Berechnung von Steuern beim Bezahlen und der WooCommerce Admin für Analysen Deines Shops können sehr hilfreich sein.

WooCommerce konfigurieren

Schritt 5: Aktivieren:

Wenn Du unter anderem die automatisierten Steuern für Deinen Shop nutzt, musst Du Deine Website mit Jetpack verbinden. Hierzu klickst Du einfach auf den Button „Mit Jetpack fortfahren“, registrierst Dich und die Website wird automatisch verbunden.

Schritt 6: Bereit

Du hast es geschafft. WooCommerce ist nun konfiguriert und Du kannst rein theoretisch mit der Erstellung Deiner ersten Produkte beginnen. Wir werden nun aber noch einmal einen genaueren Blick auf die Einstellungen werfen.

WooCommerce Einstellungen

Klicke im Menü auf WooCommerce – Einstellungen. Du findest hier acht Reiter in denen weitere Einstellungen festgelegt werden können.

Allgemein

Im allgemeinen Teil der Einstellungen findest Du erneut die Adressdaten Deines Online-Shops und kannst diese natürlich anpassen. Weiterhin kannst Du bestimmen an welche Länder Du Deine Produkte verkaufst oder eben nicht verkaufst. Du kannst Steuersätze und Berechnungen aktivieren. Wenn Du zu bestimmten Jahreszeiten oder während anderer Aktionen mit Gutscheincodes arbeiten möchtest, kannst Du diese auch hier aktivieren.

Produkte

Unter Produkte legst Du den Permalink für Deinen Shop fest, bestimmst die Einheiten Deiner Produkte und entscheidest Dich, ob Sternchen- oder Produktbewertungen aktiviert sein sollen. Außerdem kannst Du Einstellungen für Deinen Lagerbestand anpassen, sofern Du physische Produkte anbietest. Du bestimmst, ob Du Benachrichtigungen bei geringem Lagerbestand und/oder bei „nicht vorrätig“ erhältst, was für Dich ein geringer Lagerbestand bedeutet (ab einer Anzahl von wie vielen Produkten) und ob und wann der Lagerbestand für den Kunden sichtbar ist.

Mehrwertsteuer

Wenn Du die automatische Steuerberechnung in der ersten Konfiguration aktiviert hast, dann ist hier bereits „Enable automated taxes“ (automatische Steuern zulassen) ausgewählt. Die Steuer wird hierzu basierend auf der Lieferadresse des Kunden ausgerechnet.

Versand

Im Reiter Versand kannst Du weitere Versandzonen anlegen. In der ersten Konfiguration haben wir als Zonen „Deutschland“ und „Orte, die nicht von Deinen anderen Zonen abgedeckt sind“ erstellt. Bei Bedarf kannst Du nun weitere erstellen.

Zahlungen

Weitere Zahlungsmethoden kannst Du im Reiter Zahlungen konfigurieren. Sollte Deine gewünschte Zahlungsmethode nicht vorhanden sein, tippe „WooCommerce + Zahlungsmethode“ in Google ein und Du findest sicher ein zusätzliches Plugin, das diese Zahlungsoption abdeckt.

Weitere Zahlungsmethoden WooCommerce

Konten und Datenschutz

In diesem Reiter werden nun Einstellungen angezeigt, die wir in der Standardkonfiguration noch nicht betrachtet haben. Du bestimmst, ob Kunden ein Konto erstellen müssen, um Produkte zu erwerben oder nicht, ob personenbezogene Daten aus Bestellungen auf Anfrage gelöscht werden können.

Des Weiteren musst Du im Abschnitt Datenschutzerklärung die Seite Deiner Website auswählen, auf der Deine Datenschutzerklärung zu finden ist. Die kleinen Textabschnitte darunter werden im Registrierungs- bzw. Zahlungsprozess angezeigt. Wenn Du Deine Kunden zum Beispiel mit Sie anstatt mit Du ansprechen möchtest, kannst Du die Texte hier anpassen.

WooCommerce Datenschutz

Im Abschnitt Aufbewahrung personenbezogener Daten legst Du fest, wie lange die Daten von inaktiven Kunden und ausstehenden, fehlgeschlagenen, stornierten als auch abgeschlossenen Bestellungen gespeichert werden sollen.

E-Mail-Benachrichtigungen

Selbstverständlich können Die Kunden Deines Shops E-Mails erhalten, z.B. wenn die Bestellung fertig gestellt wird. Auch Du als Shop-Besitzer, kannst natürlich E-Mails bei neuen, stornierten oder fehlgeschlagenen Bestellungen erhalten. Diese E-Mails können in diesem Reiter verwaltet werden. Zum jetzigen Zeitpunkt legst Du erst einmal nur fest, welche E-Mails versendet werden.

Wie die Inhalte dieser E-Mails angepasst werden können, erläutere ich Dir in „Onlineshop mit WooCommerce erstellen“ Teil 2.

Erweitert

Unter erweitert werden u.a. die Seiten für den Warenkorb, Kasse und mein Konto. Diese werden automatisch bei der Installation erstellt, im Prinzip musst Du hier nichts anpassen. Wähle die Seite Deiner Website aus, auf der Du Deine ABGs hinterlegt hast und aktiviere das sichere Bezahlen. Mehr musst Du in diesem Reiter aktuell nicht anpassen.

Herzlichen Glückwunsch!

Dein WooCommerce Shop ist erstellt. Nun ist alles soweit vorbereitet, damit Du die ersten Produkte hinterlegen kannst.

Neues Produkt hinzufügen

Um ein neues Produkt zu erstellen, klickst du zunächst im Menü auf Produkte – Erstellen.

WooCommerce Webshop erstellen - Screenshot 1

Der obere Bereich der Produkterstellung ist ähnlich aufgebaut, wie das normale Fenster, wenn du einen Beitrag oder eine Seite in WordPress erstellst. Du gibst deinem Produkt einen Titel, kannst den Permalink anpassen und beschreibst das Produkt. Die Beschreibung, die du hier einträgst, ist eine lange Beschreibung, die unterhalb des Produkts angezeigt wird.

WooCommerce Webshop erstellen - Screenshot 2

Bevor wir nun mit den verschiedenen Produktarten fortfahren, scrolle zunächst ganz nach unten, um die Kurzbeschreibung des Produktes hinzuzufügen. Diese erscheint neben dem Bild und zwischen dem Titel und Preis auf der Produktseite.

WooCommerce Webshop erstellen - Screenshot 3

Rechts neben diesem Fenster, kannst du ein Produktbild festlegen, was als Hauptbild im Shop angezeigt wird und mehrere Bilder in der Galerie hinterlegen, die dann auf der detaillierten Produktseite angezeigt werden. Abgesehen davon, kannst du dem Produkt, wie du das sicher auch von Blog-Beiträgen kennst Kategorien zuordnen (z.B. T-Shirts, Hosen etc.) oder Schlagwörter hinzufügen (z.B. Namen der Marke).

Wenn du dies gespeichert hast, sieht das Ganze aktuell auf der jeweiligen Produktseite so aus:

WooCommerce Webshop erstellen - Screenshot 4

Produktdaten

Beim Runterscrollen hast du sicher bereits den Abschnitt Produktdaten gesehen. Hier bestimmst du im nächsten Schritt, um welche Art von Produkt es sich handelt.

Produktarten

WooCommerce Webshop erstellen - Screenshot 16

Bei deinen Produkten kannst du zwischen folgenden Produktarten auswählen:

  • Einfaches Produkt: Dies bezeichnet das Standardprodukt in WooCommerce und wird nur in dieser einen Version verkauft. Es kann sich z.B. um ein Buch handeln.
  • Gruppiertes Produkt: Möchtest du Produkt-Bundles verkaufen, wählst du das gruppierte Produkt aus. Hierbei kann es sich zum Beispiel um Ohrringe mit der passenden Kette handeln, die du auch einzeln verkaufst.
  • Externes/Affiliate-Produkt: Wenn du externe Produkte verkaufst, die nicht über deinen eigenen Shop laufen, sondern über ein Affiliate-System oder ähnliches, wählst du diese Option.
  • Variables Produkt: Vertreibst du z.B. Kleidung in verschiedenen Größen und/oder Farben, handelt es sich um ein variables Produkt. So wird das Produkt, wie in unserem Fall das T-Shirt, angeboten und der Käufer kann variabel die Größe und Farbe auswählen, ohne zu anderen Produktseiten wechseln zu müssen. Was hierbei beachtet werden muss, zeige ich weiter unten im Artikel.

Außerdem kann es sich zusätzlich um ein virtuelles oder ein herunterladbares Produkt handeln. Wenn dies der Fall ist, setzt du entsprechend den Haken.

Ein virtuelles Produkt muss nicht versandt werden und so verschwindet in dem Fall der Bereich Versand automatisch, sobald du „virtuell“ anklickst. Dies umfasst zum Beispiel digitale Produkte oder auch Dienstleistungen, die online angeboten werden.

Wählst du herunterladbares Produkt aus, kannst du die entsprechende Datei direkt hochladen. Du gibst außerdem an, wie oft die Datei vom Käufer heruntergeladen werden darf und wie viele Tage der Download-Link nutzbar ist, falls dies begrenzt werden soll.

WooCommerce Webshop erstellen - Screenshot 5

Produktdaten eines einfachen Produkts

Wählst du, wie das in den meistens der Fall ist, ein einfaches Produkt, musst du vor der Veröffentlichung verschiedene Einstellungen vornehmen. Im Reiter „Allgemein“ gibst du den regulären und gegebenenfalls einen Angebotspreis inklusive Angebotszeitraum an. Des Weiteren bestimmst du, ob das Produkt besteuerbar ist und welche Steuerklasse gilt. Diese Steuersätze haben wir in Teil 1 dieser Serie bereits festgelegt und hier kannst du sie dementsprechend im Dropdown auswählen.

Im Reiter „Lagerbestand“ kannst du dem Produkt eine Artikelnummer geben und hinterlegen, wie viele Produkte vorhanden sind bzw. ob das Produkt aktuell vorrätig ist oder nicht. WooCommerce reduziert diesen Bestand bei Verkäufen und teilt die mit, sobald der Schwellwert für geringen Lagerbestand erreicht ist und du das Produkt neu bestellen musst.

WooCommerce Webshop erstellen - Screenshot 6

Für den Versand kannst du Gewicht und Maße hinterlegen, sowie eine Versandklasse festlegen. Die möglichen Versandklassen erstellst du in den allgemeinen Einstellungen (s. Teil 1). Abgesehen von diesen Einstellungen, kannst du so genannte Cross-Sells und Up-Sells ermöglichen. Unter verlinkte Produkte kannst du entsprechend passende Produkte festlegen.

Der Reiter Eigenschaften ist vor allem für variable Produkte wichtig. Wenn du aber viele Produkte mit den gleichen Eigenschaften einpflegen möchtest, kann die Nutzung auch bei einfachen Produkten von Vorteil sein.

Um später weniger Aufwand zu haben, klicke im WordPress Menü auf Produkte – Eigenschaften. Als Eigenschaft kannst du hier z.B. die Eigenschaft „Marke“ hinzufügen.

WooCommerce Webshop erstellen - Screenshot 7

Klicke im nächsten Schritt rechts auf Begriffe konfigurieren, um die Marken (oder andere Eigenschaften), die du verkaufst festzulegen.

WooCommerce Webshop erstellen - Screenshot 8

Wenn du dies getan hast, wählst du im Reiter Eigenschaften deines Produkts im Dropdown-Menü Marke aus und gibst als Wert die entsprechende Marke an.

WooCommerce Webshop erstellen - Screenshot 9

Im letzten Reiter „erweitert“ kannst du Hinweise zum Kauf hinterlegen, Produktbewertungen erlauben und falls gewünscht bestimmen, an welcher Position im Shop dein Produkt angezeigt wird.

Zusätzliches für variable Produkte

Wenn du ein variables Produkt erstellen möchtest, also z.B. ein T-Shirt in verschiedenen Größen, kehre wie im vorherigen Schritt zu Produkte – Eigenschaften zurück. Erstelle die Eigenschaft Größe und klicke erneut auf Begriff konfigurieren. Hier legst du die vorhandenen Größen fest.

Als nächstes gehst du auf die Produktseite in den Reiter Eigenschaften und wählst „Größe“ aus. Gib als Werte die Größen an, die für dieses Produkt vorhanden sind und setze den Haken bei „für Varianten verwenden“. Bestätige dies mit einem Klick auf „Eigenschaften speichern“.

WooCommerce Webshop erstellen - Screenshot 10

Klicke auf den Reiter Varianten, wähle Variante hinzufügen und klicke auf los. Nun wählst du die gewünschte Größe aus dem Dropdown Menü. Im Folgenden öffnet sich ein detailliertes Fenster, in dem du gesonderte Artikelnummern für die Variante, den Lagerbestand, unterschiedliche Preise und Informationen wie Maße und Gewicht hinterlegen kannst. Auch ein gesondertes Foto kann gespeichert werden.

WooCommerce Webshop erstellen - Screenshot 11

Wenn du alle notwendigen Informationen eingegeben hast, klickst du auf „Änderungen speichern“ und wiederholst den Vorgang für alle gewünschten Varianten.

Geschafft. Jetzt kannst du noch die SEO-Daten einfügen, z.B. mit dem Plugin Yoast-SEO, damit dein Produkt besser in Suchmaschinen gefunden wird und dein erstes Produkt kann veröffentlicht werden.

E-Mail-Benachrichtigungen verwalten

Um die E-Mail-Benachrichtigungen zu verwalten, die du, aber auch deine Kunden, zugesendet bekommen, klicke im WordPress-Menü auf WooCommerce – Einstellungen und wähle den Reiter E-Mails.

Im ersten Schritt werden wir die allgemeinen Einstellungen anpassen. Scrolle hierfür nach unten. Bei Bedarf kannst du den Namen und die E-Mail-Adresse, von der die E-Mails versendet werden, anpassen. Unter Template hast du die Möglichkeit ein Headerbild einzufügen. Lade dies hierzu über Medien – Datei hinzufügen hoch und trage den Link in die Zeile. Du hast die Möglichkeit einen individuellen Text für den Footer zu hinterlegen und kannst die Farben des Templates entsprechend deines Corporate Designs bestimmen.

WooCommerce Webshop erstellen - Screenshot 12

Scrolle wieder nach oben. Hier hast du eine Übersicht über die E-Mails, die während der verschiedenen Etappen des Verkaufs versendet werden. Die ersten drei E-Mails, die wie im Screenshot für gewöhnlich aktiviert sind (das erkennst du am lila Haken vor dem Titel), erhältst du. Die anderen E-Mails gehen an den Käufer deiner Produkte.

WooCommerce Webshop erstellen - Screenshot 13

Wenn du weniger E-Mails versenden oder erhalten möchtest, kannst du diese über den Button „Verwalten“ deaktivieren.

WooCommerce Webshop erstellen - Screenshot 14

Um den Inhalt der jeweiligen E-Mails anzupassen, empfehle ich dir vor der Anpassung ein Backup zu machen. Außerdem solltest du zumindest einige Kenntnisse in HTML, CSS und PHP haben, um die Templates nicht kaputt zu machen. Wenn du keine Kenntnisse hast, solltest du das Feld (s. letzter Screenshot) zusätzlicher Inhalt nutzen, um deinen Text einzufügen oder jemanden engagieren, der sich in dem Bereich auskennt.

Andernfalls klickst du im Abschnitt HTML-Template auf den Button 2Datei zum Theme kopieren“. Nun kannst du via FTP-Server auf diese Datei zugreifen und den Inhalt entsprechend deiner Vorstellungen anpassen.

WooCommerce Webshop erstellen - Screenshot 15

Nächste Schritte

Dein erstes Produkt ist angelegt und alle weiteren kannst du gleichermaßen einpflegen bis dein Online-Shop vollständig ist.

Im nächsten und letzten Teil dieser Serie, erkläre ich dir einige weitere Funktionen von WooCommerce und weise auf Plugins hin, die du für deinen Shop möglicherweise gebrauchen könntest.

Im heutigen letzten Teil der WooCommerce Anleitung werde ich dir ein paar zusätzliche Funktionen und Plugins vorstellen, die

  • den Verkauf weiterer Produkte bzw. Dienstleistungen möglich machen,
  • dir die Arbeit erleichtern,
  • die Customer Experience verbessern und
  • dich rechtlich für den deutschen Markt absichern.


Mögliche zusätzliche Funktionen von WooCommerce

Beginnen wir mit zusätzlichen Funktionen, die du dank kostenlosen oder auch kostenpflichtigen Plugins ermöglichen kannst.

Membership-Seite

WooCommerce selbst bietet jede Menge Plugins zur Erweiterung des Systems an, eins davon ermöglicht es dir einen Membership Bereich zu erstellen. Es nennt sich WooCommerce Memberships und kann kostenpflichtig erworben werden.

Mit WooCommerce Membership bestimmst du, welche deiner Seiten die Personen sehen können, die Mitglieder sind und wann sich welche Seite freischaltet. Das bietet sich zum Beispiel bei einem Kurs oder regelmäßigen Webinaren an, die nach und nach und eben nicht auf einmal freigeschaltet werden. Monatliche Zahlungen sind möglich, genau wie kostenlose Testtage. Du entscheidest, wie lange jemand nach Zahlung Mitglied ist. Außerdem können die Mitglieder bestehende Produkte up- oder downgraden, wenn du dies integrierst.

Terminbasierte Dienstleistungen

Wenn du Veranstaltungen, Webinare oder Coachings mit WooCommerce vertreiben möchtest, dann benötigst du während des Kaufvorgangs ein entsprechendes Feld dafür. Ein kostenpflichtiges und vollständiges Plugin ist WooCommerce Bookings.

Wenn es für dich genug ist, dass ein Termin frei bestimmt werden kann und je Termin unbegrenzt Tickets o.ä. verkauft werden können, dann reicht dir gegebenenfalls auch das kostenlose Plugin Flexible WooCommerce Checkout Field Editor. Dies könnte zum Beispiel für einen kleinen Freizeitpark funktionieren, der es ohne großen Aufwand möglich machen möchte, Tickets online zu verkaufen. Hier kannst du schnell ein Feld Datum hinzufügen, welches dann während des Kaufvorgangs sichtbar wird. Selbstverständlich kannst du mit dem Plugin auch andere Felder, wie z.B. zusätzliche Kommentare, erstellen.

Newsletter Integration

Möchtest du die E-Mail-Adressen deiner Käufer bzw. Interessenten in deine Newsletter-Liste aufnehmen. Für Mailchimp gibt es z.B. ein Plugin, was die Käufer in deine Liste einträgt. Außerdem kannst du in Mailchimp sehen, welche Produkte die Person gekauft hat und ihnen bei Bedarf entsprechende Produktempfehlungen verschicken. Potentielle Käufer, die Produkte im Warenkorb haben, aber den Kauf noch nicht abgeschlossen haben, können an den begonnenen Prozess erinnert werden.

Nutzt du ein anderes Newsletter-Tool, empfehle ich dir einfach mal WooCommerce und den Namen deines Tools zu googeln. Für die meisten Anbieter gibt es mittlerweile eine mögliche Anbindung.

Mengenrabatt

Mit dem kostenlosen Plugin WooCommerce Bulk Discount hast du die Möglichkeit einen Mengenrabatt zu geben. Du kannst prozentuale Rabatte, aber auch pauschale Rabatte bestimmen. Der Mengenrabatt kann für einzelne Produkte oder deinen gesamten Online-Shop verwendet werden.

Shop mit WooCommerce erstellen - Anleitung

Automatisierte Rechnungen

WooCommerce selbst bietet nicht die Möglichkeit, den Prozess der Rechnungsgenerierung zu automatisieren. Hierfür eignet sich das Plugin WooCommerce PDF & Packing Slips, mit dem die Rechnungen nicht nur automatisch erstellt werden, sondern auch entsprechend deines Brandings angepasst werden können.

Plugins für bessere Customer Experience

Selbstverständlich möchten wir bei unseren Kunden einen positiven Eindruck erwecken und den Kaufprozess einfach, nutzerfreundlich und schnell gestalten. Hierbei können dir die folgenden Plugins zur Seite stehen.

Live-Chat

Mit einem Live Chat hast du die Möglichkeit quasi in Echtzeit auf die Fragen deiner potentiellen Kunden zu reagieren. So verbesserst du nicht nur die Erfahrung beim Kunden, sondern hast auch die Möglichkeit mehr Verkäufe zu generieren, da Fragen sofort geklärt werden können.

Einen ausführlichen Artikel mit dem Titel Live Chat für Woo-Commerce: Gerne, aber dann bitte richtig findest du bei Franz Sauerstein. Hier werden auch vier verschiedene Live-Chat Softwares miteinander verglichen, damit du die Richtige für deine Zwecke findest.

Verbesserte Suchfunktion

Vielleicht denkst du jetzt WooCommerce hat doch eine Suchfunktion integriert. Warum soll ich mir da ein Extra-Plugin zulegen? Ganz einfach, um deinen Shop nutzerfreundlicher zu machen.

Mit dem Plugin YITH WooCommerce Ajax Search gibt der Nutzer nur die ersten Buchstaben des Produkts in der Suche ein und schon werden ihm die passenden Suchergebnisse als Vorschläge präsentiert. So ist die Wahrscheinlichkeit von Suchergebnissen ohne Ergebnis deutlich geringer, du kannst deine Kaufrate bzw. Conversion-Rate verbessern und die potentiellen Käufer bleiben in den meisten Fällen auch länger auf deiner Seite.

Shop mit WooCommerce erstellen - Anleitung

Die Basis-Version des Plugins ist kostenfrei. Wenn du möchtest, dass in der Suchleiste die Produkte bereits mit Fotos oder Preisen angezeigt werden, solltest du die kostenpflichtige Version des Plugins wählen.

Zoom für Bilder

Besonders, wenn du Kleidung vertreibst, ist es für den Käufer wichtig, das Produkt im Detail anzuschauen. Genau das ist mit dem Plugin WP Image Zoom möglich. Sobald der potentielle Kunde mit der Maus über das Bild fährt, wird das Produktbild herangezoomt.

Direkter Kauf

Mithilfe von Direct Checkout for WooCommerce bist du in der Lage, den Kaufprozess zu beschleunigen, was dann im Endeffekt dazu beiträgt, dass die Anzahl deiner Verkäufe steigen wird. Der Nutzer kann dank der App direkt zum Checkout geführt werden, ohne den Zwischenschritt des Warenkorbs nutzen zu müssen.

Außerdem kannst du Checkout-Felder, die du für deine Verkäufe nicht benötigst, wie ggf. die Telefonnummer, entfernen, so dass der Nutzer weniger Zeit benötigt.

Anzeige Warenkorb

Woo Side Cart ist ein kostenloses Plugin, mit dem an der Seite deines Shops der Warenkorb inklusive der Anzahl der Produkte im Warenkorb angezeigt werden. Mittels Klick auf diesen Warenkorb wird der Kunde zum Checkout weitergeleitet.

Shop mit WooCommerce erstellen - Anleitung

Automatisches Warenkorb-Update

Wenn ein Kunde die Anzahl eines Produkts im Warenkorb verändert, muss dieser erst im Browser auf Aktualisieren klicken, um sich den neuen Gesamtpreis anzeigen zu lassen. Mit dem kostenlosen Plugin WooCommerce Ajax Cart wird der Warenkorb automatisch aktualisiert, so dass der Kunde keinen zusätzlichen Klick mehr machen muss.

Checkout Erweiterungen

Ein kostenpflichtiges Plugin von WooCommerce mit dem Namen WooCommerce Checkout Add-Ons gibt dir die Möglichkeit während des Checkout Prozesses einige Felder hinzuzufügen. Diese Felder sind z.B. ob die Bestellung ein Geschenk ist und als dieses verpackt werden soll, ob die Bestellung per Express oder an eine andere Adresse versandt werden soll. Aber auch eigene Felder können erstellt werden, in denen der Kunde frei einen Text einfügen kann oder via Radio Buttons oder Checkboxen etwas anklickt.

Sonstiges

Zum Schluss der WooCommerce Anleitung möchte ich noch zwei weitere Plugins mit dir teilen, die in keine der beiden Kategorien passt, aber dennoch wichtig und hilfreich sind.

WooCommerce für den deutschen Markt

WooCommerce ist eine internationale Software, dementsprechend werden Besonderheiten im deutschen Onlinerecht hier nicht beachtet. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass du hierfür mit einem zusätzlichen Plugin arbeitest. Dieses ist ein absolutes Must-Have für deinen Onlineshop.

Aktuell gibt es zwei Plugins auf dem Markt, die das deutsche Onlinerecht abdecken:

Mit WooCommerce Germanized kannst du Mustertexte für AGBs, Widerrufsbelehrungen o.ä. generieren lassen, die du ganz einfach für deinen Shop anpassen kannst. Es können Rechnungen, Stornierungen und Lieferscheine direkt in WooCommerce und nach deutschem Recht erstellt werden und das Double-Opt-in Verfahren kann genutzt werden. Außerdem können Lieferzeiten bestimmt, eine Nachnahmegebühr erhoben und eine Anbindung an Trusted Shops und eKomi hergestellt werden.

WooCommerce German Market bietet ebenfalls die Funktion PDF-Rechnungen, Stornierungen und Retourenscheine nach deutschem Recht zu erstellen und diese im eigenen Design anzeigen zu lassen. Es gibt zahlreiche Schnittstellen u.a. zu lexoffice. Wenn du deine Produkte europaweit verkaufst, wird dies dank der EU-Mehrwertsteuer-Funktion von German Market ganz einfach möglich. Auch dieses Plugin bietet Mustertexte für AGBs und Widerruf. In Bezug auf die DSGVO gibt es Mustertexte, Checkboxen und das Double-Opt-in. Aktiviere mit einem Klick die Kleinunternehmerregelung, um ohne das Ausweisen von Mehrwertsteuer zu verkaufen zu können.

Schau dir am besten beide Plugins in Ruhe an und überlege, welche Funktionen du benötigst und welches Plugin dir am meisten zusagt. Im Grunde genommen sind sie, zumindest in den kostenpflichtigen Versionen, sehr ähnlich und sind die empfohlenen Plugins für WooCommerce Onlineshops auf dem deutschen Markt.

Erweiterte Analysen

Mit dem Plugin Advanced Reporting for WooCommerce hast du die Möglichkeit all deine Verkäufe genau zu analysieren. Du kannst sehen, welches Produkt und welche Produktkategorie für dich am besten funktioniert und am meisten verkauft wird, aber auf der anderen Seite auch die Produkte auf einen Blick einsehen, die sich nicht verkaufen. Du siehst die letzten Bestellungen und Zusammenfassungen der Bestellungen des Tages, des Monats oder des Jahres.

Shop mit WooCommerce erstellen - Anleitung

Das Plugin wird in einer kostenlosen Basis- und in einer Premium-Version angeboten. Am besten probierst du dich erstmal mit der kostenlosen Version aus, die bietet schon jede Menge Analysen. Wenn du gerne mit den Analysen arbeitest, kannst du später jederzeit upgraden.

Fazit

Nun hast du einen Überblick über einige Plugins, die für deinen Onlineshop hilfreich sein sollte. Bitte verwende nicht all diese Plugins, denn die Anzahl und Größe deiner Plugins beeinflusst immer auch die Ladezeit deiner Seite. Wähle also weise und mache den Kaufprozess für deine Kunden zum Erlebnis.